Du träumst davon, deine Koffer zu packen und ein neues Kapitel deines Lebens in einem anderen Land zu beginnen? Dann bist du nicht allein – immer mehr Deutsche wagen den Schritt ins Ausland, um neue Erfahrungen zu sammeln oder bessere Lebensbedingungen zu finden. Doch zwischen dem ersten Gedanken an die Auswanderung und dem erfolgreichen Neustart liegen viele wichtige Entscheidungen und Vorbereitungen. In diesem umfassenden Leitfaden erfährst du alles, was du wissen musst, um deinen Traum vom Leben im Ausland Wirklichkeit werden zu lassen – von der ersten Planung bis zum erfolgreichen Ankommen in deiner neuen Heimat.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Die wichtigsten Überlegungen vor dem großen Schritt
- 2 Die richtige Vorbereitung: Dein Fahrplan zum Erfolg
- 3 Finanzielle Aspekte: Dein Budget für den Neustart
- 4 Integration und kulturelle Anpassung
- 5 Praktische Organisation des Umzugs
- 6 Absicherung und Versicherungen
- 7 Häufige Fehler vermeiden
- 8 Fazit: Dein Weg zum erfolgreichen Neustart
- 9 Häufig gestellte Fragen
- 9.1 Wie viel Geld brauche ich für eine Auswanderung?
- 9.2 Wann ist der beste Zeitpunkt zum Auswandern?
- 9.3 Muss ich in Deutschland Steuern zahlen, wenn ich auswandere?
- 9.4 Wie finde ich im Ausland einen Job?
- 9.5 Was passiert mit meiner deutschen Krankenversicherung?
- 9.6 Kann ich meine deutsche Staatsangehörigkeit behalten?
Die wichtigsten Überlegungen vor dem großen Schritt
Warum willst du auswandern?
Bevor du dich in die Details der Auswanderung stürzt, solltest du dir ehrlich die Frage stellen: Warum möchtest du überhaupt auswandern? Diese Selbstreflexion ist entscheidend, denn sie wird dir bei allen weiteren Entscheidungen als Kompass dienen.
Vielleicht suchst du nach besseren Karrieremöglichkeiten, einem angenehmeren Klima oder einfach nach einem Neuanfang. Oder du hast dich in ein Land verliebt und möchtest dort dauerhaft leben. Was auch immer deine Motivation ist – halte sie schriftlich fest. Du wirst sie brauchen, wenn die ersten Herausforderungen kommen.

Die häufigsten Gründe für eine Auswanderung:
- Berufliche Chancen und höhere Gehälter
- Bessere Lebensqualität und Work-Life-Balance
- Günstigere Lebenshaltungskosten
- Klimatische Vorteile
- Liebe und Beziehungen
- Politische oder gesellschaftliche Unzufriedenheit
- Abenteuer und persönliche Entwicklung
Realistische Erwartungen entwickeln
Lass uns ehrlich sein: Auswandern ist kein Allheilmittel für alle Lebensprobleme. Wenn du bereits in Deutschland unzufrieden bist, werden sich diese Probleme möglicherweise auch im Ausland zeigen – nur in einem anderen Kontext.
Ein Freund von mir wanderte nach Spanien aus, weil er mit dem deutschen Wetter unzufrieden war. Nach zwei Jahren kehrte er zurück, weil er feststellte, dass seine berufliche Unzufriedenheit nichts mit dem Wetter, sondern mit seiner Einstellung zur Arbeit zu tun hatte.
Finanzielle Realitäten verstehen
Die Kosten einer Auswanderung werden oft unterschätzt. Neben den offensichtlichen Ausgaben wie Flugtickets und Umzugskosten kommen versteckte Kosten hinzu:
| Ausgabenposten | Geschätzte Kosten (€) | Zeitraum |
|---|---|---|
| Flugtickets | 500 – 1.500 | Einmalig |
| Umzugsservice | 2.000 – 5.000 | Einmalig |
| Erste Mietzahlung + Kaution | 1.500 – 4.000 | Einmalig |
| Visa und Behördengänge | 200 – 800 | Jährlich |
| Versicherungen | 50 – 300 | Monatlich |
| Lebenshaltungskosten (erste 3 Monate) | 3.000 – 7.500 | Einmalig |
| Notfallreserve | 5.000 – 10.000 | Reserve |
Arbeitsmarkt und Berufschancen analysieren
Ist dein Beruf im Zielland gefragt? Diese Frage solltest du unbedingt vor der Auswanderung klären. Während IT-Spezialisten und Ingenieure in den meisten Ländern gute Chancen haben, sieht es für andere Berufsgruppen oft anders aus.
Ein Beispiel: Deutsche Handwerker sind in der Schweiz sehr gefragt, während Geisteswissenschaftler ohne perfekte Sprachkenntnisse oft Schwierigkeiten haben. Informiere dich über aktuelle Arbeitsmarkttrends in deinem Zielland und prüfe, ob deine Qualifikationen anerkannt werden.
Wichtige Fragen zur beruflichen Planung:
- Welche Qualifikationen sind in deinem Beruf erforderlich?
- Müssen deine Abschlüsse anerkannt oder ergänzt werden?
- Wie hoch sind die durchschnittlichen Gehälter in deiner Branche?
- Benötigst du eine Arbeitserlaubnis oder bestimmte Zertifikate?
- Wie funktioniert die Jobsuche im Zielland?
Die richtige Vorbereitung: Dein Fahrplan zum Erfolg
Das perfekte Zielland finden
Wie findest du das Land, das wirklich zu dir passt? Die Wahl des Ziellandes ist eine der wichtigsten Entscheidungen deines Lebens. Lass dich nicht nur von Instagram-Bildern oder Urlaubserinnerungen leiten.
Ich empfehle dir, eine Prioritätenliste zu erstellen. Was ist dir am wichtigsten? Das Klima? Die Sprache? Die Lebenshaltungskosten? Die politische Stabilität? Bewerte verschiedene Länder nach deinen Prioritäten und erstelle eine Rangliste.
Kriterien für die Länderauswahl:
- Wirtschaftliche Stabilität: Arbeitslosenquote, Wirtschaftswachstum, Inflation
- Lebenshaltungskosten: Mieten, Lebensmittel, Transport, Gesundheitsversorgung
- Soziales System: Krankenversicherung, Rente, Arbeitslosengeld
- Visa-Bestimmungen: Wie einfach ist die Einwanderung für Deutsche?
- Sprache: Sprichst du bereits die Landessprache?
- Kulturelle Nähe: Wie ähnlich oder unterschiedlich ist die Kultur?
- Lebensqualität: Sicherheit, Umwelt, Infrastruktur
Sprachkenntnisse: Dein Schlüssel zur Integration
Ohne die Sprache des Landes bist du wie ein Fremder im eigenen Leben. Das mag drastisch klingen, aber es ist wahr. Die Sprache öffnet dir nicht nur Türen im Beruf, sondern auch zu echten Freundschaften und kulturellem Verständnis.
Beginne mindestens ein Jahr vor deiner Auswanderung mit dem Sprachenlernen. Online-Kurse, Sprachschulen oder Tandem-Partner – nutze alle verfügbaren Ressourcen. Ich kenne Auswanderer, die nach Jahren im Ausland immer noch in ihrer deutschen Bubble leben, weil sie die Landessprache nie richtig gelernt haben.
Effektive Strategien zum Sprachenlernen:
- Kombiniere verschiedene Lernmethoden (Apps, Kurse, Konversation)
- Schaue Filme und Serien in der Zielsprache
- Höre Podcasts und Musik
- Lies Nachrichten und Bücher
- Suche dir einen Tandem-Partner
- Nimm Online-Unterricht mit Muttersprachlern
Visa und Aufenthaltsgenehmigung: Der bürokratische Marathon
Nichts ist frustrierender als monatelang auf ein Visum zu warten. Deshalb solltest du dich frühzeitig über die Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen deines Ziellandes informieren.
Als EU-Bürger hast du in anderen EU-Ländern das Recht auf Freizügigkeit. Aber auch hier gibt es Unterschiede bei der Anmeldung und den Sozialleistungen. Für Länder außerhalb der EU wird es komplizierter.
Visa-Typen und ihre Besonderheiten:
| Land | Visa-Typ | Kosten | Bearbeitungszeit | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Kanada | Express Entry | ca. 150 € | 6-8 Monate | Punktesystem |
| Australien | Skilled Migration | ca. 4.000 € | 8-12 Monate | Altersgrenze 45 Jahre |
| USA | Green Card Lottery | kostenlos | 1-2 Jahre | Nur durch Verlosung |
| Schweiz | Aufenthaltsbewilligung | ca. 100 € | 2-4 Monate | Kontingente beachten |
| Japan | Work Visa | ca. 60 € | 1-3 Monate | Sponsor erforderlich |
Tipps für die Visa-Beantragung:
- Plane mindestens 6-12 Monate Vorlaufzeit ein
- Sammle alle Dokumente frühzeitig (oft müssen sie übersetzt werden)
- Beachte Gültigkeitsdauern von Dokumenten
- Nutze offizielle Quellen für Informationen
- Erwäge professionelle Hilfe bei komplexen Fällen
Finanzielle Aspekte: Dein Budget für den Neustart
Einkommen und Gehälter im internationalen Vergleich
Verdient man im Ausland automatisch mehr? Nicht unbedingt. Höhere Gehälter gehen oft mit höheren Lebenshaltungskosten einher. In der Schweiz verdienst du vielleicht das Doppelte, zahlst aber auch doppelt so viel für Miete und Lebensmittel.
Nutze Tools wie Glassdoor oder PayScale, um realistische Gehaltsvorstellungen zu entwickeln. Vernetze dich auch mit anderen Deutschen in deinem Zielland – sie können dir authentische Einblicke geben.
Wichtige Faktoren bei der Gehaltsanalyse:
- Brutto- vs. Nettogehalt (Steuersystem verstehen)
- Sozialabgaben und Versicherungen
- Arbeitszeiten und Urlaubstage
- Zusatzleistungen (Firmenwagen, Krankenversicherung, etc.)
- Karriereentwicklungsmöglichkeiten
Lebenshaltungskosten: Wo dein Geld wirklich hingeht
Die Miete frisst das Budget auf – das ist in vielen beliebten Auswanderungsländern die Realität. Besonders in Metropolen wie Zürich, London oder San Francisco sind die Wohnkosten astronomisch.
Aber es gibt auch positive Überraschungen: In Portugal oder Spanien lebst du oft günstiger als in Deutschland, besonders wenn du abseits der Touristenzentren wohnst.
Realistische Budgetplanung für verschiedene Länder:
| Land | Wohnen (€/Monat) | Lebensmittel (€/Monat) | Transport (€/Monat) | Gesamt (€/Monat) |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 700-1.200 | 300-500 | 80-150 | 1.080-1.850 |
| Portugal | 400-800 | 200-350 | 30-80 | 630-1.230 |
| Schweiz | 1.200-2.500 | 400-700 | 80-200 | 1.680-3.400 |
| Thailand | 300-600 | 150-250 | 20-50 | 470-900 |
| Kanada | 800-1.500 | 300-500 | 100-200 | 1.200-2.200 |
Steuern und Sozialabgaben verstehen
Nichts ist sicher, außer dem Tod und den Steuern – auch im Ausland. Jedes Land hat sein eigenes Steuersystem, und als Auswanderer musst du dich oft sowohl in Deutschland als auch im neuen Land mit den Behörden auseinandersetzen.
Deutschland hat mit vielen Ländern Doppelbesteuerungsabkommen, die verhindern, dass du für dasselbe Einkommen zweimal Steuern zahlst. Trotzdem kann es kompliziert werden, besonders wenn du Einkommen aus verschiedenen Quellen hast.
Wichtige steuerliche Überlegungen:
- Wann giltst du als steuerlich ansässig im neuen Land?
- Welche Einkünfte sind wo steuerpflichtig?
- Wie funktioniert die Sozialversicherung?
- Benötigst du einen Steuerberater?
- Was passiert mit deinem deutschen Rentenkonto?
Integration und kulturelle Anpassung
Die unsichtbaren Regeln jeder Kultur
Jede Kultur hat ihre ungeschriebenen Gesetze. In Deutschland kommen wir pünktlich zu Terminen – in anderen Ländern ist das weniger wichtig. In Asien ist das Gesicht wahren entscheidend, während in den USA Small Talk zum guten Ton gehört.
Ein deutscher Ingenieur erzählte mir von seinen ersten Monaten in Japan: „Ich dachte, ich sei höflich, aber meine japanischen Kollegen fanden mich zu direkt. Erst als ich lernte, Kritik indirekt zu äußern, akzeptierten sie mich.“
Kulturelle Fallstricke vermeiden:
- Beobachte, bevor du handelst
- Stelle Fragen, anstatt Annahmen zu treffen
- Sei geduldig mit dir selbst und anderen
- Lerne aus deinen Fehlern
- Suche dir kulturelle Mentoren
Ein soziales Netzwerk aufbauen
Einsamkeit ist der häufigste Grund, warum Auswanderer zurückkehren. Ohne soziale Kontakte fühlt sich selbst das schönste Land wie ein goldener Käfig an.
Beginne schon vor deiner Auswanderung, Kontakte zu knüpfen. Facebook-Gruppen für Deutsche im Zielland, LinkedIn-Netzwerke oder Apps wie Meetup können der erste Schritt sein.
Bewährte Strategien für den Kontaktaufbau:
- Online-Communities: Facebook-Gruppen, Reddit, Discord
- Expat-Veranstaltungen: Networking-Events, Deutsche Stammtische
- Hobbys und Interessen: Sportvereine, Kulturgruppen, Freiwilligenarbeit
- Berufliche Netzwerke: Branchenverbände, Konferenzen
- Nachbarschaft: Lokale Cafés, Märkte, Gemeindezentren
- Sprachkurse: Idealer Ort, um Gleichgesinnte zu treffen
Interessante Statistik: Laut einer OECD-Studie finden 75% aller Auswanderer ihren ersten Job über persönliche Kontakte. In den USA sind es sogar 85%. Networking ist also nicht nur für das soziale Wohlbefinden wichtig, sondern auch für den beruflichen Erfolg.
Die verschiedenen Phasen der kulturellen Anpassung
Kulturschock ist normal – fast jeder Auswanderer durchlebt ihn. Experten sprechen von vier Phasen:
- Honeymoon-Phase (Monate 1-3): Alles ist neu und aufregend
- Kulturschock-Phase (Monate 3-12): Frustration und Heimweh setzen ein
- Anpassungsphase (Jahr 1-2): Du entwickelst Strategien und Routinen
- Integrationsphase (ab Jahr 2): Du fühlst dich zu Hause
Wenn du weißt, dass diese Phasen normal sind, kannst du besser damit umgehen.
Praktische Organisation des Umzugs
Der internationale Umzug: Logistik-Meisterwerk
Was nimmst du mit, was lässt du zurück? Diese Frage stellt sich jeder Auswanderer. Ein kompletter Haushaltsumzug von Deutschland nach Australien kann schnell 10.000 Euro oder mehr kosten.
Meine Empfehlung: Nimm nur das Wichtigste mit. Möbel kannst du oft günstiger vor Ort kaufen, besonders wenn du in ein Land mit niedrigeren Lebenshaltungskosten ziehst.
Umzugsoptionen und ihre Kosten:
- Luftfracht: Schnell (1-2 Wochen), aber teuer (3-10 €/kg)
- Seefracht: Langsam (4-12 Wochen), aber günstig (0,5-2 €/kg)
- Kombi-Service: Eilige Sachen per Luft, Rest per See
- Selbstorganisation: Günstig, aber zeitaufwändig
- Full-Service: Teuer, aber stressfrei
Tipps für den kostengünstigen Umzug:
- Vergleiche mindestens drei Angebote
- Nutze Bewertungsportale für die Anbieterauswahl
- Plane mindestens 3 Monate im Voraus
- Inventurliste für Zoll und Versicherung erstellen
- Wertgegenstände separat versichern
Wohnungssuche im Ausland
Den perfekten Wohnort zu finden, ist eine Kunst. Jedes Land hat seine eigenen Gepflogenheiten bei der Wohnungssuche. In Deutschland schreibst du eine Bewerbung für eine Wohnung – in anderen Ländern entscheidet oft der erste Interessent.
Internationale Wohnungssuche-Strategien:
- Online-Portale: Immobilienscout24 (Deutschland), Rightmove (UK), Idealista (Spanien)
- Lokale Zeitungen: Oft noch wichtig in kleineren Städten
- Makler: In manchen Ländern unverzichtbar
- Networking: Mundpropaganda ist überall wertvoll
- Temporäres Wohnen: Airbnb für die ersten Wochen
Wichtige Fragen vor der Wohnungsbesichtigung:
- Wie hoch sind die Nebenkosten?
- Welche Kaution ist erforderlich?
- Wie lange ist die Kündigungsfrist?
- Sind Haustiere erlaubt?
- Wie ist die Verkehrsanbindung?
- Gibt es Lärmbelästigung?
Anmeldungen und Behördengänge
Bürokratie ist ein internationales Phänomen – leider. In jedem Land musst du dich anmelden, Steuernummern beantragen und diverses Papierkram erledigen.
Typische erste Schritte nach der Ankunft:
- Anmeldung bei der Gemeinde/Stadtverwaltung
- Eröffnung eines Bankkontos
- Beantragung einer Steuernummer
- Anmeldung bei der Krankenversicherung
- Anmeldung bei Strom- und Gasversorgern
- Internet- und Telefonanschluss
- Führerschein umschreiben (falls erforderlich)
Absicherung und Versicherungen
Gesundheitsversorgung im Ausland
Gesund bleiben sollte nicht am Geld scheitern. Die Gesundheitssysteme unterscheiden sich stark zwischen den Ländern. Während du in Deutschland gewohnt bist, für fast alles versichert zu sein, kann eine einfache Untersuchung in den USA Hunderte von Dollar kosten.
Verschiedene Gesundheitssysteme im Überblick:
- Staatliche Systeme: UK (NHS), Kanada, Australien
- Sozialversicherungsmodelle: Deutschland, Frankreich, Österreich
- Private Systeme: USA (teilweise), Schweiz (teilweise)
- Mischsysteme: Niederlande, Singapur
Wichtige Fragen zur Gesundheitsversorgung:
- Bin ich automatisch versichert oder muss ich mich anmelden?
- Welche Leistungen sind abgedeckt?
- Brauche ich eine private Zusatzversicherung?
- Wie hoch sind die Selbstbeteiligungen?
- Gibt es Wartezeiten für bestimmte Behandlungen?
Altersvorsorge: Heute an morgen denken
Rente ist nicht gleich Rente. Was du in Deutschland eingezahlt hast, bekommst du grundsätzlich auch im Ausland. Aber wie sieht es mit der Rente in deinem neuen Land aus?
Die Deutsche Rentenversicherung hat mit vielen Ländern Sozialversicherungsabkommen. Das bedeutet, dass deine Beitragszeiten oft angerechnet werden können.
Strategien für die internationale Altersvorsorge:
- Deutsche Rente fortführen (freiwillige Beiträge)
- In das Rentensystem des neuen Landes einzahlen
- Private Altersvorsorge aufbauen
- Internationale Rentenversicherungen prüfen
- Immobilien als Altersvorsorge
Auslandskrankenversicherung: Dein Sicherheitsnetz
Eine gute Auslandskrankenversicherung ist unbezahlbar – im wahrsten Sinne des Wortes. Sie schützt dich nicht nur vor hohen Behandlungskosten, sondern auch vor finanziellen Katastrophen.
Was eine gute Auslandskrankenversicherung abdecken sollte:
- Ambulante und stationäre Behandlungen
- Notfälle und Unfälle
- Medizinisch notwendige Rücktransporte
- Chronische Krankheiten (mit Einschränkungen)
- Zahnbehandlungen (zumindest Notfälle)
- Medikamente
- Schwangerschaft und Geburt
Häufige Fehler vermeiden
Die 10 größten Auswanderer-Fallen
Aus Fehlern lernt man – aber es ist besser, aus den Fehlern anderer zu lernen. Hier sind die häufigsten Fehler, die Auswanderer machen:
- Unzureichende Vorbereitung: Zu schnelle Entscheidungen ohne ausreichende Recherche
- Unterschätzung der Kosten: Versteckte Ausgaben nicht eingeplant
- Sprache vernachlässigt: Ohne Sprachkenntnisse ist Integration schwer
- Unrealistische Erwartungen: Das Ausland löst nicht alle Probleme
- Isolation: Kein soziales Netzwerk aufgebaut
- Berufliche Naivität: Arbeitsmarkt nicht richtig analysiert
- Bürokratie ignoriert: Visa und Genehmigungen zu spät beantragt
- Kulturelle Arroganz: Deutsche Art als überlegen ansehen
- Finanzielle Unvorsicht: Keine Notreserven gebildet
- Exit-Strategie fehlt: Kein Plan B für den Fall des Scheiterns
Notfallplan: Wenn es nicht klappt
Nicht jede Auswanderung ist erfolgreich – und das ist okay. Studien zeigen, dass etwa 20-30% aller Auswanderer innerhalb der ersten fünf Jahre zurückkehren.
Wann solltest du über eine Rückkehr nachdenken?
- Anhaltende Einsamkeit und Depression
- Berufliche Sackgasse ohne Perspektive
- Finanzielle Existenzsorgen
- Familiäre Notfälle in Deutschland
- Gesundheitliche Probleme
- Fundamentale kulturelle Unvereinbarkeit
Tipps für eine würdevolle Rückkehr:
- Gib nicht vorschnell auf – manchmal braucht Integration Zeit
- Halte Brücken nach Deutschland offen
- Plane die Rückkehr genauso sorgfältig wie die Auswanderung
- Nutze die gewonnenen Erfahrungen als Bereicherung
- Keine Scham – auch eine „gescheiterte“ Auswanderung ist wertvoll
Fazit: Dein Weg zum erfolgreichen Neustart
Auswandern ist eines der größten Abenteuer deines Lebens – und mit der richtigen Vorbereitung wird es zu einer der besten Entscheidungen, die du je getroffen hast.
Denke daran: Es ist normal, dass nicht alles von Anfang an perfekt läuft. Kulturelle Anpassung braucht Zeit, neue Freundschaften entwickeln sich nicht über Nacht, und auch beruflich kann es eine Weile dauern, bis du dich etabliert hast.
Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:
- Gründliche Vorbereitung: Investiere Zeit in die Planung
- Realistische Erwartungen: Keine Märchen, sondern ehrliche Einschätzungen
- Offenheit: Für neue Kulturen, Menschen und Erfahrungen
- Geduld: Mit dir selbst und dem Integrationsprozess
- Flexibilität: Pläne müssen manchmal angepasst werden
- Durchhaltevermögen: Schwierige Phasen gehören dazu
Du hast jetzt alle wichtigen Informationen, um deinen Traum vom Leben im Ausland zu verwirklichen. Der erste Schritt ist oft der schwerste – aber er ist auch der wichtigste. Pack deine Träume ein, verlasse deine Komfortzone und mache dich bereit für das Abenteuer deines Lebens.
Dein neues Leben wartet schon auf dich!
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Geld brauche ich für eine Auswanderung?
Das hängt stark vom Zielland ab. Als Faustregel solltest du mindestens 10.000-15.000 Euro für den Umzug und die ersten Monate einplanen. In teureren Ländern wie der Schweiz oder den USA kann es deutlich mehr sein.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Auswandern?
Es gibt keinen „perfekten“ Zeitpunkt. Wichtiger ist, dass du gut vorbereitet bist. Berücksichtige aber das Klima, Schulzeiten (falls du Kinder hast) und den Arbeitsmarkt in deinem Zielland.
Muss ich in Deutschland Steuern zahlen, wenn ich auswandere?
Das kommt darauf an. Wenn du deinen Wohnsitz komplett nach Deutschland verlegst und keine deutschen Einkünfte mehr hast, bist du normalerweise nicht mehr steuerpflichtig. Bei Immobilien oder anderen deutschen Einkünften kann es anders aussehen.
Wie finde ich im Ausland einen Job?
Beginne die Jobsuche schon vor der Auswanderung. Nutze internationale Jobportale, LinkedIn und dein Netzwerk. In vielen Ländern sind Initiativbewerbungen üblich und persönliche Kontakte sehr wichtig.
Was passiert mit meiner deutschen Krankenversicherung?
Wenn du dauerhaft auswanderst, endet deine deutsche Krankenversicherung. Du musst dich im neuen Land versichern. Eine Auslandskrankenversicherung kann die Übergangszeit abdecken.
Kann ich meine deutsche Staatsangehörigkeit behalten?
In den meisten Fällen ja. Deutschland erlaubt seit 2014 grundsätzlich die doppelte Staatsangehörigkeit. Informiere dich aber über die Regelungen deines Ziellandes, da nicht alle Länder dies akzeptieren.

Tobias Fendt ist ein Autor und Weltenbummler. Er schreibt für Websites und reist gleichzeitig um die Welt. Derzeit lebt er in Asien und arbeitet von dort aus als digitaler Nomade. Er liebt es, über Reisen und Auswandern zu schreiben und andere in jeder Phase der Planung ihres Abenteuers zu informieren.

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