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Wie du als Deutscher erfolgreich ein Haus in Neuseeland kaufst (Kompletter Leitfaden 2025)

Von Tobias Fendt ✓ Zuletzt aktualisiert am 30. November 2025

Du träumst davon, dein eigenes Stück vom Paradies am anderen Ende der Welt zu besitzen? Neuseeland mit seinen smaragdgrünen Hügeln, der entspannten Kiwi-Mentalität und dem kristallklaren Himmel zieht jährlich Tausende Deutsche in seinen Bann. Doch der Weg zum eigenen Traumhaus in Aotearoa ist gespickt mit einzigartigen Herausforderungen und unerwarteten Chancen. Dieser Leitfaden führt dich Schritt für Schritt durch den kompletten Kaufprozess und zeigt dir, wie du teure Fehler vermeidest und gleichzeitig das Beste aus deiner Investition holst.

Inhaltsverzeichnis

Warum Neuseeland für deutsche Immobilienkäufer so attraktiv ist

Stell dir vor, du wachst jeden Morgen mit Blick auf schneebedeckte Berggipfel auf oder das endlose Blau des Pazifiks. Für viele Deutsche ist Neuseeland nicht nur ein Urlaubsziel, sondern ein echter Lebenstraum. Aber was macht dieses Land am anderen Ende der Welt so besonders für Immobilieninvestoren?

Die politische Stabilität ist unschlagbar. Während Europa oft von politischen Turbulenzen erschüttert wird, glänzt Neuseeland mit einer der stabilsten Demokratien weltweit. Das Transparency International Ranking führt Neuseeland regelmäßig als eines der am wenigsten korrupten Länder der Welt auf. Diese Stabilität schlägt sich direkt in der Sicherheit deiner Immobilieninvestition nieder.

Die Wirtschaft zeigt beeindruckende Resilienz. Trotz der geografischen Abgeschiedenheit hat sich Neuseeland zu einem wirtschaftlichen Kraftpaket entwickelt. Der Technologiesektor boomt, der Tourismus (auch nach der Pandemie) erholt sich stark, und die Landwirtschaft bleibt ein verlässlicher Wirtschaftspfeiler. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Die Lebensqualität ist außergewöhnlich hoch. Saubere Luft, die du tatsächlich schmecken kannst. Kriminalitätsraten, die deutsche Verhältnisse in den Schatten stellen. Ein Bildungssystem, das zu den besten der Welt gehört. Diese Faktoren machen Neuseeland nicht nur zu einem großartigen Ort zum Leben, sondern auch zu einer soliden Investition in deine Zukunft.

Die durchschnittlichen Immobilienpreise sind zwar in den letzten Jahren gestiegen, bewegen sich aber immer noch in einem Bereich, der für deutsche Verhältnisse durchaus attraktiv ist – besonders wenn man die Lebensqualität und das Wachstumspotenzial berücksichtigt.

Deine Ausgangslage verstehen: Vorbereitung ist alles

Bevor du dich in das Abenteuer Immobilienkauf in Neuseeland stürzt, solltest du deine Hausaufgaben machen. Ich kann nicht oft genug betonen, wie wichtig eine gründliche Vorbereitung ist – sie kann dir buchstäblich Zehntausende von Euro sparen.

Finanzielle Grundlagen schaffen

Wie viel kannst du dir wirklich leisten? Diese Frage geht weit über den reinen Kaufpreis hinaus. Rechne mit zusätzlichen Kosten von etwa 15-20% des Kaufpreises für Nebenkosten. Dazu gehören:

  • Anwaltskosten (1.500-3.000 Euro)
  • Gutachterkosten (500-1.200 Euro)
  • Versicherungen und Gebühren
  • Mögliche Währungsschwankungen beim Transfer

Ein deutscher Ingenieur, den ich vor zwei Jahren beraten habe, hatte ursprünglich ein Budget von 400.000 Euro eingeplant. Nach Berücksichtigung aller Nebenkosten und einem Puffer für Renovierungen landete er bei einem realistischen Budget von 350.000 Euro für den Kaufpreis – eine Korrektur, die ihm später viel Stress ersparte.

Finanzierungsoptionen prüfen. Deutsche Banken sind bei Auslandsimmobilien oft zurückhaltend. Neuseeländische Banken hingegen finanzieren auch Nicht-Residenten, allerdings meist nur bis zu 70% des Kaufpreises. Die ASB Bank und die ANZ haben spezielle Programme für internationale Käufer.

Den Markt verstehen lernen

Der neuseeländische Immobilienmarkt funktioniert anders als der deutsche. Hier sind die wichtigsten Unterschiede, die du kennen solltest:

Regionale Preisunterschiede sind extrem. Während ein Haus in Auckland leicht über eine Million Neuseeländische Dollar kosten kann, bekommst du in kleineren Städten wie Palmerston North oder Dunedin charmante Eigenheime für 400.000-600.000 NZD.

Der Markt ist saisonaler. Die beste Zeit für Hauskäufe ist traditionell der neuseeländische Herbst (März-Mai), wenn das Angebot am größten ist. Im Winter (Juni-August) gehen die Preise oft etwas zurück, aber auch das Angebot schrumpft.

Trade Me Property ist die wichtigste Plattform für Immobiliensuche – denk an es wie das deutsche ImmobilienScout24, nur dass hier praktisch jede Immobilie des Landes gelistet ist.

Rechtliche Rahmenbedingungen klären

Als deutscher Staatsbürger brauchst du eine Genehmigung. Seit 2018 gelten in Neuseeland strengere Regeln für ausländische Immobilienkäufer. Deutsche können grundsätzlich nur dann Wohnimmobilien kaufen, wenn sie:

  • Bereits Residenten oder Bürger Neuseelands sind
  • Eine Sondergenehmigung der Overseas Investment Office erhalten
  • Neue Immobilien kaufen (vom Plan oder Neubau)

Die Beantragung einer Genehmigung ist komplex und kann mehrere Monate dauern. Ein spezialisierter Anwalt ist hier praktisch unverzichtbar.

Der Kaufprozess: Was dich erwartet

Der Immobilienerwerb in Neuseeland unterscheidet sich fundamental vom deutschen System. Lass mich dir die wichtigsten Unterschiede erklären, damit du keine bösen Überraschungen erlebst.

Phase 1: Die Haussuche und erste Besichtigungen

Open Homes sind der Standard. Vergiss private Besichtigungstermine – in Neuseeland finden die meisten Besichtigungen als „Open Homes“ statt, wo jeder Interessent zur gleichen Zeit kommen kann. Das mag zunächst unpersönlich wirken, hat aber den Vorteil, dass du ein Gefühl für die Konkurrenz bekommst.

Auktionen sind häufiger als in Deutschland. Viele attraktive Immobilien werden per Auktion verkauft. Das erfordert eine andere Strategie: Du musst dein Limit im Voraus festlegen und diszipliniert bleiben. Ein deutscher Bekannter hat bei seiner ersten Auktion aus Aufregung 50.000 NZD über seinem Budget geboten – ein teurer Lernprozess.

Phase 2: Das Angebot und die Verhandlung

Bedingte Angebote sind dein Freund. Anders als in Deutschland, wo Kaufverträge meist bedingungslos sind, kannst du in Neuseeland „conditional offers“ abgeben. Typische Bedingungen sind:

  • LIM-Report (Land Information Memorandum) zufriedenstellend
  • Building Inspection ohne schwerwiegende Mängel
  • Finanzierungsbestätigung der Bank
  • Verkauf deiner deutschen Immobilie

Diese Bedingungen geben dir Ausstiegsmöglichkeiten, falls sich unerwartete Probleme ergeben.

Phase 3: Due Diligence und Vertragsprüfung

Der LIM-Report ist Gold wert. Dieses Dokument vom örtlichen Council (Gemeinde) enthält alle wichtigen Informationen über das Grundstück: geplante Infrastrukturprojekte, Umweltrisiken, Zoneneinteilung und mehr. Die 200-300 NZD für diesen Report sind bestens investiert.

Building Inspection ist Pflicht. Neuseeländische Häuser sind oft aus Holz gebaut und können versteckte Probleme haben. Ein professioneller Building Inspector kostet 600-1.200 NZD, kann dir aber Zehntausende sparen. Achte besonders auf:

  • Feuchtigkeit und Schimmel
  • Zustand des Dachs
  • Elektrische und sanitäre Anlagen
  • Isolierung und Heizung

Phase 4: Vertragsabschluss und Eigentumsübertragung

Die Anzahlung kommt früh. Sobald dein Angebot akzeptiert wurde, musst du normalerweise 10% des Kaufpreises als Anzahlung leisten. Dieses Geld wird bei einem Anwalt oder Immobilienmakler treuhänderisch verwaltet.

Der Settlement-Tag ist der große Moment. Anders als in Deutschland, wo der Notartermin den Abschluss markiert, läuft in Neuseeland alles über spezialisierte Conveyancer oder Anwälte. Am Settlement-Tag werden alle Dokumente unterzeichnet, das Geld überwiesen und die Schlüssel übergeben – oft alles am selben Tag.

Besonderheiten des neuseeländischen Systems

Rolle der Conveyancer und Anwälte

In Deutschland regelt der Notar praktisch alles. In Neuseeland übernehmen Conveyancer oder Anwälte diese Rolle. Sie sind deine wichtigsten Verbündeten im Kaufprozess. Ein guter Conveyancer:

  • Prüft alle Verträge auf Fallstricke
  • Koordiniert die Eigentumsübertragung
  • Sorgt für die korrekte Registrierung im Landesregister
  • Steht in direktem Kontakt mit der anderen Partei

Die Kosten liegen bei 1.500-2.500 NZD, aber diese Investition lohnt sich definitiv.

Unterschiede bei Anzahlung und Timing

Deutsche Gewohnheiten passen nicht. In Deutschland zahlst du die Anzahlung erst bei der notariellen Beurkundung. In Neuseeland wird sie bereits bei Vertragsannahme fällig – auch wenn noch Bedingungen offen sind. Das erfordert eine andere Finanzplanung.

Schnellere Abwicklung. Während deutsche Immobilienkäufe oft Monate dauern, kann der gesamte Prozess in Neuseeland in 3-6 Wochen abgeschlossen sein. Das ist großartig, wenn alles glatt läuft, kann aber stressig werden, wenn du noch andere Dinge zu regeln hast.

Das Bieterverfahren verstehen

Mehrfachgebote sind normal. Bei attraktiven Immobilien musst du oft gegen mehrere Interessenten antreten. Lass dich nicht zu emotionalen Entscheidungen hinreißen. Setze dir ein absolutes Maximum und halte dich daran.

Deadline Sales vs. Auktionen. Manche Verkäufer setzen eine Frist für Angebote (Deadline Sale) statt einer Auktion. Hier kannst du dein bestes und endgültiges Angebot abgeben – eine zweite Chance gibt es meist nicht.

Die Bedeutung lokaler Experten

Du könntest theoretisch versuchen, den gesamten Kaufprozess alleine zu bewältigen. Praktisch wäre das aber wie der Versuch, den Mount Cook ohne Ausrüstung zu besteigen – möglich, aber unnötig riskant.

Warum ein lokaler Immobilienmakler unverzichtbar ist

Sie kennen den Markt wie ihre Westentasche. Ein guter Makler weiß, welche Schulbezirke die besten sind, wo neue Infrastrukturprojekte geplant sind, und kann realistische Marktpreise einschätzen. Diese Insiderinformationen sind unbezahlbar.

Zugang zu Off-Market-Immobilien. Viele der besten Immobilien werden nie öffentlich beworben. Lokale Makler mit guten Netzwerken können dir Zugang zu diesen versteckten Perlen verschaffen.

Verhandlungsgeschick. Neuseeländer haben ihre eigenen Verhandlungsstile und -traditionen. Ein lokaler Makler kann kulturelle Nuancen navigieren, die dir als Ausländer verschlossen bleiben.

Den richtigen Makler finden

Spezialisierung auf internationale Kunden. Suche nach Maklern, die Erfahrung mit deutschen oder europäischen Käufern haben. Sie verstehen deine spezifischen Bedürfnisse und können bei Sprachbarrieren helfen.

Referenzen und Bewertungen prüfen. Die Real Estate Institute of New Zealand (REINZ) bietet eine Datenbank lizenzierter Makler. Lies Online-Bewertungen und frage nach Referenzen von anderen internationalen Käufern.

Persönliche Chemie. Du wirst viel Zeit mit deinem Makler verbringen. Die persönliche Ebene muss stimmen, und du solltest das Gefühl haben, dass er oder sie wirklich deine Interessen vertritt.

Kosten für professionelle Hilfe

Die Maklerprovisionen bewegen sich typischerweise zwischen 2-4% des Verkaufspreises plus GST (Mehrwertsteuer). Diese Kosten trägt normalerweise der Verkäufer, nicht der Käufer. Für spezialisierte Dienstleistungen wie Buyer’s Agents können jedoch zusätzliche Kosten anfallen.

Häufige Fallstricke und wie du sie vermeidest

Nach Jahren der Beratung deutscher Immobilienkäufer in Neuseeland habe ich die gleichen Fehler immer wieder gesehen. Hier sind die wichtigsten Fallen und wie du sie umgehst.

Finanzielle Fallstricke

Währungsrisiko unterschätzen. Der Wechselkurs zwischen Euro und Neuseeländischem Dollar kann erheblich schwanken. Ein Käufer aus Hamburg hatte sein Budget auf Basis eines Wechselkurses von 1,80 geplant. Als er schließlich kaufte, stand der Kurs bei 1,65 – das kostete ihn zusätzlich 15.000 Euro.

Lösung: Nutze Forward-Kontrakte oder Währungsabsicherung bei spezialisierten Anbietern. Die Kosten dafür sind minimal im Vergleich zum potenziellen Verlust.

Nebenkosten unterschätzen. Viele Deutsche rechnen nur mit deutschen Nebenkosten. In Neuseeland kommen jedoch zusätzliche Posten dazu:

  • Council Rates (vergleichbar mit Grundsteuer, aber oft höher)
  • Body Corporate Fees bei Eigentumswohnungen
  • Höhere Versicherungsprämien aufgrund von Naturkatastrophenrisiken
  • Wartungskosten für Holzhäuser

Rechtliche Stolpersteine

Overseas Investment Office-Regeln missachten. Seit 2018 ist der Kauf von Wohnimmobilien für Ausländer stark eingeschränkt. Viele Deutsche denken fälschlicherweise, sie könnten einfach eine Firma gründen, um diese Regeln zu umgehen. Das funktioniert nicht und kann zu erheblichen rechtlichen Problemen führen.

Lösung: Arbeite von Anfang an mit einem auf Ausländerrecht spezialisierten Anwalt zusammen. Die Kosten für eine korrekte Beratung sind minimal im Vergleich zu den möglichen Konsequenzen.

Technische und bauliche Probleme

Wetterprobleme ignorieren. Neuseeland ist ein feuchtes Land mit intensiver UV-Strahlung. Deutsche Käufer unterschätzen oft die Auswirkungen auf Gebäude:

  • Holzverfall durch Feuchtigkeit
  • Schimmelbildung in schlecht belüfteten Bereichen
  • Schnelle Alterung von Anstrichen und Dächern

Lösung: Investiere in eine gründliche Building Inspection und plane langfristige Wartungskosten ein.

Marktverständnis-Fehler

Emotionale Entscheidungen. Die Schönheit Neuseelands kann überwältigend sein. Viele Deutsche verlieben sich in ein Haus mit spektakulärer Aussicht und übersehen praktische Probleme wie schwierige Zufahrt, instabile Hanglage oder fehlende Infrastruktur.

Lösung: Erstelle eine Checkliste mit rationalen Kriterien und halte dich daran, auch wenn dein Herz höher schlägt.

Marktchancen und Wachstumspotenzial

Trotz aller Herausforderungen bietet der neuseeländische Immobilienmarkt deutschen Käufern beeindruckende Chancen – wenn du weißt, wo du hinschauen musst.

Regionale Wachstumszentren identifizieren

Hamilton als verstecktes Juwel. Während alle auf Auckland und Wellington starren, entwickelt sich Hamilton zur heimlichen Hauptstadt der Waikato-Region. Die Preise liegen noch deutlich unter denen der großen Zentren, aber die Infrastruktur und Wirtschaft wachsen rasant.

Tauranga und die Bay of Plenty. Diese Region zieht immer mehr Rentner und Remote-Worker an. Die Kombination aus Lifestyle und noch moderaten Preisen macht sie zu einem interessanten Investitionsgebiet.

Queenstown trotz Höhenflug. Ja, Queenstown ist teuer. Aber als internationale Tourismusdestination und Zentrum für Outdoor-Aktivitäten hat es langfristig enormes Potenzial – besonders für Mietimmobilien.

Emerging Trends im neuseeländischen Markt

Nachhaltigkeit wird wichtiger. Häuser mit guter Isolierung, Solarpanels und nachhaltigen Baumaterialien erzielen Premiumpreise. Die neuseeländische Regierung fördert Green Building durch verschiedene Anreize.

Remote Work verändert Präferenzen. COVID-19 hat auch in Neuseeland das Arbeiten von zu Hause normalisiert. Das erhöht die Nachfrage nach Häusern mit Heimbüros und guter Internetverbindung, auch in abgelegeneren Gebieten.

Demografischer Wandel. Wie in Deutschland altert auch die neuseeländische Gesellschaft. Seniorengerechte Immobilien und Mehrgenerationenhäuser werden zunehmend nachgefragt.

Investitionsstrategien für Deutsche

Buy and Hold in Wachstumsregionen. Kaufe in Gebieten mit guter Infrastruktur und Wachstumspotenzial und halte langfristig. Der neuseeländische Markt belohnt geduldige Investoren.

Renovation und Wertsteigerung. Viele ältere neuseeländische Häuser haben Potenzial für Wertsteigerungen durch geschickte Renovierungen. Besonders beliebt sind moderne Küchen, zusätzliche Bäder und verbesserte Isolierung.

Ferienvermietung in Tourismusgebieten. Mit der Erholung des Tourismus nach der Pandemie bieten Ferienwohnungen in beliebten Destinationen attraktive Renditen.

Praktische Schritte: Dein Aktionsplan

Genug Theorie – lass uns konkret werden. Hier ist dein Schritt-für-Schritt-Plan für den erfolgreichen Hauskauf in Neuseeland.

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Phase 1: Grundlagen schaffen (3-6 Monate vor dem Kauf)

Monat 1-2: Finanzielle Vorbereitung

  • Budget festlegen (inklusive aller Nebenkosten)
  • Finanzierungsoptionen prüfen (deutsche vs. neuseeländische Banken)
  • Währungsabsicherung organisieren
  • Notgroschen für unvorhergesehene Kosten anlegen

Monat 3-4: Rechtliche Grundlagen

  • Anwalt für Overseas Investment-Beratung finden
  • Steuerliche Implikationen klären
  • Versicherungsfragen durchgehen
  • Testament und Erbrecht anpassen

Monat 5-6: Marktforschung

  • Regionen und Orte identifizieren
  • Online-Marktanalyse durchführen
  • Erste Kontakte zu lokalen Maklern knüpfen
  • Netzwerk mit anderen deutschen Auswanderern aufbauen

Phase 2: Aktive Suche (1-3 Monate)

Besichtigungsreise planen. Eine 2-3 wöchige Reise mit gepacktem Besichtigungsprogramm ist meist effektiver als mehrere kurze Trips. Plane mindestens 15-20 Besichtigungen in verschiedenen Gebieten.

Lokale Unterstützung organisieren. Kontaktiere Makler vor deiner Ankunft und plane Termine im Voraus. Ein guter Makler kann dir auch beim Transfer vom Flughafen und bei der Hotelsuche helfen.

Dokumentation vorbereiten. Halte alle wichtigen Unterlagen griffbereit:

  • Finanzierungsbestätigungen
  • Ausweisdokumente
  • Referenzen und Bonitätsnachweise
  • Vollmachten für deinen deutschen Anwalt

Phase 3: Kauf und Abwicklung (4-8 Wochen)

Angebot strategisch platzieren. Nutze die Expertise deines Maklers für Timing und Höhe des Angebots. In einem umkämpften Markt kann es klug sein, gleich mit dem besten Angebot zu starten.

Due Diligence gründlich durchführen. Lass alle Bedingungen in deinem Angebot gewissenhaft prüfen. Eile hier kann teuer werden.

Settlement vorbereiten. Organisiere rechtzeitig den Geldtransfer und alle erforderlichen Dokumente. Plane für Settlement Day einen ganzen Tag ein – es kann länger dauern als erwartet.

Langfristige Überlegungen und Ausblick

Ein Hauskauf in Neuseeland ist mehr als nur eine Immobilientransaktion – es ist oft der erste Schritt zu einem neuen Leben. Hier sind einige langfristige Aspekte, die du berücksichtigen solltest.

Residency und Citizenship-Pfade

Wie wirkt sich deine Immobilie auf Einwanderungspläne aus? Während Immobilienbesitz allein nicht zu Residency führt, kann es ein positiver Faktor in verschiedenen Einwanderungskategorien sein. Besonders für Investoren und Entrepreneure kann es das Gesamtprofil stärken.

Steuerliche Langzeitplanung

Doppelbesteuerung vermeiden. Deutschland und Neuseeland haben ein Doppelbesteuerungsabkommen, aber die Details sind komplex. Ein auf internationales Steuerrecht spezialisierter Berater ist hier unverzichtbar.

Exit-Strategien entwickeln. Was passiert, wenn du die Immobilie wieder verkaufen möchtest? Plane verschiedene Szenarien durch und halte deine Optionen offen.

Marktprognosen und Zukunftsaussichten

Die meisten Experten sind optimistisch für den langfristigen neuseeländischen Immobilienmarkt. Die Bevölkerung wächst, die Wirtschaft ist stabil, und die natürlichen Beschränkungen (Insellage) begrenzen das Angebot. Kurzfristige Schwankungen sind normal, aber langfristig zeigt der Trend nach oben.

Neuseeland bleibt eines der begehrtesten Länder der Welt zum Leben – und diese Attraktivität spiegelt sich in stabilen Immobilienwerten wider.

Zusammenfassung: Dein Weg zum Traumhaus in Neuseeland

Der Kauf einer Immobilie in Neuseeland als Deutscher ist definitiv möglich und kann eine lohnende Investition sein – aber nur mit der richtigen Vorbereitung und professioneller Unterstützung.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind: gründliche Finanzplanung mit Puffern für Währungsschwankungen und Nebenkosten, frühzeitige rechtliche Beratung zu Overseas Investment-Bestimmungen, Zusammenarbeit mit lokalen Experten (Makler, Anwälte, Inspektoren), realistische Zeitplanung und Geduld für den kompletten Prozess, und langfristige Perspektive bei der Immobilienauswahl.

Mit diesem Wissen und einem guten Team von lokalen Experten an deiner Seite steht deinem Traumhaus in Neuseeland nichts mehr im Weg. Das Land der langen weißen Wolke wartet darauf, dein neues Zuhause zu werden.

Häufig gestellte Fragen

Können Deutsche ohne Weiteres Immobilien in Neuseeland kaufen?

Nein, seit 2018 gelten strenge Beschränkungen. Deutsche können nur als Residenten/Bürger frei kaufen oder benötigen eine Sondergenehmigung der Overseas Investment Office. Neue Immobilien (Neubau) sind jedoch meist ohne Genehmigung möglich.

Wie hoch sind die Nebenkosten beim Immobilienkauf?

Rechne mit 15-20% des Kaufpreises für alle Nebenkosten: Anwaltskosten (1.500-3.000 EUR), Building Inspection (500-1.200 EUR), LIM-Report (200-300 NZD), Versicherungen und verschiedene Gebühren.

Ist eine Finanzierung durch neuseeländische Banken möglich?

Ja, viele neuseeländische Banken finanzieren auch Nicht-Residenten, allerdings meist nur bis zu 70% des Kaufpreises. Die ASB Bank und ANZ haben spezielle Programme für internationale Käufer.

Welche Regionen bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?

Hamilton, Tauranga und kleinere Städte wie Palmerston North oder Dunedin bieten oft bessere Werte als Auckland oder Wellington. Die Wahl hängt von deinen Prioritäten ab: Lifestyle, Arbeitsplätze oder Investitionspotenzial.

Wie lange dauert der gesamte Kaufprozess?

Von der ersten Besichtigung bis zur Schlüsselübergabe vergehen typischerweise 3-6 Wochen – deutlich schneller als in Deutschland. Die Vorbereitung (Finanzierung, rechtliche Klärungen) kann jedoch mehrere Monate dauern.

Was passiert, wenn ich die Immobilie wieder verkaufen möchte?

Als Nicht-Resident kannst du jederzeit verkaufen. Allerdings können Steuern anfallen, besonders wenn du Gewinn machst. Die „Bright Line Test“-Regel besteuert Gewinne bei Verkauf innerhalb bestimmter Fristen. Plane Exit-Strategien von Anfang an mit.

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